Kundenanfrage: Verwenden Sie jodfreies Salz bei Ihrem Alpenkäse?

Käse jodfrei hergestgellt

Kundenfrage: Erfolgt Ihre Käseherstellung mit jodfreiem Speisesalz?

Die Kundenanfrage lautete: „Hallo, ich möchte gern bei Ihnen bestellen, habe aber Bedenken, dass der Käse mit Jodsalz hergestellt wird. Ich darf kein Jod zusätzlich zu mir nehmen!

Gleich vorweg – wir verwenden in unserer Sennnerei ausschließlich echtes, natürliches (naturbelassenes) nicht jodiertes (jodfreies) österreichisches Salinen Salz (Speisesalz).

Siedesalz oder Salinensalz wird aus im Boden lagernden Salzvorkommen gewonnen. Dazu werden Bohrlöcher in die kochsalzführende Schicht getrieben und Grundwasser darübergeleitet, das die Salzfelsen auflöst. Die entstandene Sole wird abgepumpt. Gewinnung des Kochsalz durch Konzentration der Sole in großen Siedepfannen durch Eindampfen der Flüssigkeit.

» Präsentation Salzherstellung zum runterladen (Power Point .ppt)

Wir beziehen dieses Kochsalz fein und unjodiert  von der Bruggmühle in Egg.

Wichtig: Unser Alpenkäse erhält keine zusätzliche Jodbelastung durch Salz!

Bregenzerwälder Bergkäse würzig
Würziger Bregenzerwälder Bergkäse jodfrei

Unser Käse ist ein reines Naturprodukt und soll so bleiben. Die Wahl fiel deshalb von vorn herein auf im Berg abgebautes Salz, welches nicht mit Jod versetzt wird.

Die Frage nach Jod machte uns neugierig, weshalb wir zu diesem Thema ein wenig recherchiert haben und dabei Interessantes entdeckten. Jod ist ein großes Thema.

Was ist Jod überhaupt – das haben wir im Internet gefunden?

Interessante Artikel und Quellen: Apotheken Umschau, Jod im Essen – zuviel kann schädlich sein, Jodversorgung – das Böse Element

“Jod ist der Stoff, der die Lebensflamme entfacht und in Gang hält. Mit Hilfe unserer Schilddrüse, in der sich das Jod manifestiert, kann es diese Flamme entweder dämpfen oder zu einem zügellosen Brand entfachen” (Scholz, 1990)

Jod ist ein Element, das in der Natur so gut wie nicht in reiner Form vorkommt. Es kommt meist als Salz oder in Verbindungen vor. Die anorganischen Jodsalze kommen am häufigsten als Natriumiodat oder Natriumperiodat vor, die organischen Verbindungen in Meeresalgen, Tang oder Schwämmen. Eben aus diesen Rohstoffen wird reines Jod gewonnen.

Jod ist ein Bestandteil der Schilddrüsenhormone Triidothyronin T3 und Tetraiodthyronin T4. Diese spielen eine wichtige Rolle in der Embryonalentwicklung, im Energiestoffwechsel, der Regelung von Gewebe- und Zellwachstum und der Zellteilung. Die Hälfte des im Körper enthaltenen Jods findet sich in der Schilddrüse, ein Viertel in den Muskeln und der Rest in Haut, Blut und den anderen Bestandteilen des Körpers. Der tägliche Jodbedarf liegt bei 150-300µg. Mit beispielsweise etwa 5g jodiertem Speisesalz beim täglichen Kochen werden dem menschlichen Organismus 80µg Jod zugeführt.

Vorteil für Menschen, die früher am Meer lebten und leben: Weitere Jodquellen sind in Meeresfisch, Schalentieren, Algen, Kiwi, Ruccola, Weichselsaftkonzentraten und jodreichen Mineralwässern zu finden.

Viele Gebiete sind Jodmangelgebiete, auch der Bereich der Alpen. In Österreich wird deshalb seit 1923 Speisesalz jodiert. Dadurch wurden die schwersten Folgen des Jodmangels drastisch reduziert.

Jodmangelzustände während der Schwangerschaft führen zur geistigen Minderbegabung des Kindes, zu Kretinismus, Zwergwuchs und Hörschädigungen. Vor allem Entwicklungsländer sind auch heute noch davon betroffen. Jodmangel kann bei Schulkindern Ursache von verringerter geistiger Leistungsfähigkeit sein.

Schilddrüse und Nebenschilddrüse (Wikipedia)
Schilddrüse und Nebenschilddrüsen (Wikipedia)

Was macht die Schilddrüse im Körper?

In der Schilddrüse entstehen die beiden wichtigen Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Zur Produktion dieser Hormone benötigt die Schilddrüse Eiweiß und Jod. Da der menschliche Körper kein eigenes Jod herstellt, muss eine ausreichende Menge über die Nahrung aufgenommen werden.

Bei Jodmangel kann sich die Schilddrüse vergrößern und einen Kropf bilden.

Was passiert bei einer Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse?

Von einer Über- oder Unterfunktion spricht man, wenn die Schilddrüse zu viele oder zu wenige Hormone produziert. Das hat Auswirkungen auf die von der Schilddrüse gesteuerten Bereiche des Körpers.

Die Symptome sind vielfältig: Eine Schilddrüsenüberfunktion kann sich beispielsweise in Nervosität, Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen oder vermehrtem Schwitzen äußern. Symptome der Schilddrüsenunterfunktion können dagegen Kälteempfindlichkeit, Antriebslosigkeit oder depressive Verstimmungen sein.

Weitere Jod Wirkungen

Kritische Stimmen zur Jodierungen bei Salz und Tierfutter HIER

  • Jod wirkt keimtötend gegen Bakterien Viren, Pilze und wird als Tinktur, Salbe oder Zäpfchen angewandt.
  • Jod wirkt schleimlösend und wird bei der Behandlung von Atemwegserkrankungen eingesetzt.
  • Jod wirkt auch auf das Bindegewebe und lockert es auf (Quellung). Es hat einen Einfluss auf die Wundheilung, auf die Blutgefäße (Arteriosklerose) und Knorpel (Arthrosen) und auch auf die Augenmedien (z.B. Glaskörper, Hornhaut, Linse).
  • Am Auge wirkt Jod bei Glaskörpertrübungen, bei trockenem Auge, bei beginnender Makuladegeneration und bei beginnendem Grauen Star.
  • Generell wirkt Jod als Radikalfänger und hemmt die Wirkung der freien Radikale im Körper, die bei allen degenerativen Erkrankungen, speziell des fortgeschrittenen Alters (Arteriosklerose, Diabetes, Augen- und Gelenkserkrankungen etc.) eine Rolle spielen.
  • Die verschiedenen Wirkungen von Jodid und Jod im Körper sind noch nicht hinreichend erforscht. Es gibt noch viele offene Fragen im Hinblick auf Wirkmechanismen, in welchen Formen Jod im Körper vorliegt, wie es transportiert wird und wie die Regelkreise wirken.

Auszug jodfreie Käsesorten im Käse Shop